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Verwaltungsbeirat im WEG

Nach § 29 WEG besteht der Verwaltungsbeirat aus drei Mitgliedern, dem Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Durch Vereinbarung – etwa in der Teilungserklärung oder in der der Gemeinschaftsordnung – können die Eigentümer aber eine abweichende Zusammensetzung des Verwaltungsbeirates vorsehen.

Sie können nicht nur die Anzahl von drei Mitgliedern verändern, sondern beispielsweise auch regeln, dass Nichtwohnungseigentümer, zum Beispiel Mieter, zu Mitgliedern des Verwaltungsbeirates bestellt werden können. Gerade bei kleineren WEGs kann es sinnvoll sein, die Anzahl der Mitglieder des Verwaltungsbeirates herabzusetzen und bei großen WEGs  die Anzahl zu erhöhen. Sind derartige Vorgaben nicht bereits in einer Vereinbarung niedergelegt, so stellt sich die Frage, ob solche von § 29 abweichenden Regelungen auch durch Mehrheitsbeschluss gefasst werden können.

Die Rechtsprechung ist sich im Wesentlichen einig: Durch Mehrheitsbeschluss können die Wohnungseigentümer die Anzahl der Mitglieder grundsätzlich nicht abweichend von § 29 WEG regeln (z.B. Bayerisches Oberstes Landesgericht WuM 2003, 527). Ein derartiger Beschluss ist anfechtbar, allerdings nicht nichtig. Diese Rechtsprechung hat der BGH in diesem Jahr noch einmal bestätigt (NZM 2010, 325). Ein Mehrheitsbeschluss über die Besetzung des Beirates mit nur zwei Mitgliedern entspreche nicht ordnungsgemäßer Verwaltung.

Bei dem Entwurf und der Abfassung von Teilungserklärungen beziehungsweise Gemeinschaftsordnungen sollte ein Checkpunkt sein, ob es für die konkrete WEG sinnvoll sein kann, von den Vorschriften des § 29 WEG abzuweichen. Dies kann auch durch Aufnahme einer entsprechenden Öffnungsklausel geschehen, die beispielsweise auch die Bestellung von Fachleuten zulässt.

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