Unser Experten-Tipp

Rückgänge bei Zwangsversteigerungen

Im Jahr 2013 fanden ca. 14.000 weniger Zwangsversteigerungstermine (- 22,7%) bei den deutschen Amtsgerichten statt. Die Anzahl von 47.617 anberaumten Terminen dokumentiert weiterhin ein Niveau wie im Jahr 1998. Dies geht aus Zahlen der Argetra GmbH in Ratingen, die die Immobilien-Zwangsversteigerungstermine monatlich zusammenfasst und veröffentlicht, hervor.

Den Rückgang erklären wir mit der hohen Nachfrage nach Immobilien aufgrund der Finanzkrise. So konnte mancher Eigentümer durch freihändigen Verkauf die Zwangsversteigerung abwenden. Auch das niedrige Zinsniveau ermöglichte Umfinanzierungen, die dem Schuldner die Kapitaldienstfähigkeit zurückbrachte.

In allen Bundesländern sind weniger Zwangsversteigerungstermine zu verzeichnen. Überdurchschnittliche Rückgänge verzeichnen Niedersachsen, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie der Stadtstaat Bremen. Signifikant ist, dass die amtlich festgesetzten Verkehrswerte um 2,1 Mrd. € zurückgegangen sind. Insgesamt wurden Immobilien mit Verkehrswerten von 7,4 Mrd. € aufgerufen. Wichtig ist, dass diese Verkehrswerte vielfach in den Jahren 2008-2010 festgelegt wurden. Die Schätzungen fielen damals, aufgrund der Finanzmarktkrise, sehr vorsichtig aus.

Aus Sicht der Argetra werden sich die Zwangsversteigerungstermine auch in 2014 leicht rückfällig entwickeln, da zunehmend im Vorfeld der Gerichtstermine freihändige Verkäufe stattfinden.

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