Unser Experten-Tipp

Schadensanspruch der WEG an den Verwalter durch mangelnde Umsetzung eines gefassten Beschlusses

Beschlüsse einer WEG können in ihrer Umsetzung manchmal sehr komplex sein. Dies gilt gerade dann, wenn die WEG zum Bespiel die Planung und Durchführung von baulichen Maßnahmen beschließt. Es müssen Angebote eingeholt und geprüft werden und die Baumaßnahme selber besteht vielleicht aus mehreren Gewerken, die vom Verwalter alle zu beauftragen und in ihrer Durchführung zu überprüfen sind.

Gerade in der Durchführung von Baumaßnahmen kann manches schieflaufen. Die Tendenz ist dann häufig sich mit dem bauausführenden Betrieb auf einen Kompromiss zu einigen, etwa einen Preisnachlass.

Das LG Hamburg hatte sich mit einem solchen Fall auseinanderzusetzen (318, S 255/10). Die WEG hatte beschlossen, die Aufzugsanlage komplett zu erneuern. Dazu sollten die Fahrkorbschienen ausgetauscht werden. Der WEG-Verwalter stellte fest, dass dieser Austausch der Fahrkorbschienen unterblieben war. Er vereinbarte deshalb mit der ausführenden Firma einen Preisnachlass.

Die Eigentümergemeinschaft verklagte ihn auf Schadenersatz wegen der fehlenden Fahrkorbschienen. Das LG Hamburg gab der WEG Recht, da der Verwalter die Pflicht habe, die Beschlüsse der WEG auszuführen und keine Freiheit, es zu unterlassen. Eine Abweichung von Beschlüssen sei nur bei Gefahr in Verzug möglich. Eine solche Gefahr lag hier aber nicht vor. Das Gericht überzeugte sich auch davon, dass es dem Verwalter möglich und zumutbar gewesen wäre, für eine Komplettausführung des Beschlusses zu sorgen.

Somit hat der Verwalter bei der Durchführung von Beschlüssen im Prinzip keine Möglichkeit, nach seinem Ermessen von den Beschlüssen abzuweichen.

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