Unser Experten-Tipp

Wie oft muss ein Mieter zur Verhinderung von Schimmelpilz lüften?

Durch die energetische Sanierung von Wohnungen und Häusern sowie dem Neubau von Niedrigenergiehäusern stellt sich bei der Vermietung von Wohnungen mehr denn je die Frage, wie oft der Mieter verpflichtet ist, zu lüften. Denn gerade nach energetischen Sanierungen wird dem Mieter mit auf den Weg gegeben, für eine ordnungsgemäße Belüftung zu sorgen.

Die Auffassung der Gerichte in Deutschland in dieser Frage ist höchst unterschiedlich. Tritt Schimmel auf, so ist der Mieter grundsätzlich berechtigt, eine Mietminderung geltend u machen. Dies gilt aber dann nicht, wenn er seinen Teil zum Auftreten des Schimmels beigetragen, etwa nichtausreichend gelüftet hat. Das OLG Frankfurt (NZM 2001, 39) meint z. B. in einem Fall von berufstätigen Mietern, dass diese mindestens 3 Mal am Tag Stoßlüften müssen. Das AG Bremerhaven hält sogar viermaliges Stoßlüften für erforderlich (WuM 1085, 23). Ganz im Gegensatz dazu das LG Aurich (WuM 2005, 573), das viermaliges Stoßlüften für einen Zeitraum von 15 Minuten schon für zu viel hält. In einer neueren Entscheidung hat das Landgericht Konstanz jetzt die Auffassung vertreten, dass dem Mieter - mangels vertraglicher Vereinbarung zum Lüftungsverhalten - es nicht zumutbar sei, mehr als 3 Mal am Tag zu lüften. Hier ging es um ein neu gebautes Niedrigenergiehaus, bei dem bei einer Absenkung der Durchschnittstemperatur unter 20 Grad ein mehr als dreimaliges Lüften erforderlich war. Unabhängig davon, ob man die Entscheidung für falsch oder richtig hält: das LG Konstanz räumt Vermietern jedenfalls die Möglichkeit ein, im Wege einer vertraglichen Vereinbarung im Mietvertrag, Bestimmungen über das Lüftungsverhalten zu treffen. Der versierte Vermietungsmakler wird dem Vermieter hier bei der Formulierung beratend zur Seite stehen (Quelle IVD).

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