Unser Experten-Tipp

Zustimmung des Verwalters bei Verkauf einer Eigentumswohnung!

Nach § 12 WEG (Wohnungseigentumsgesetz) kann vereinbart werden, dass der Verkauf einer Eigentumswohnung der Zustimmung des Verwalters oder auch der Eigentümergemeinschaft bedarf. Die Zustimmung darf allerdings nur aus einem wichtigen Grund versagt werden, der in der Person des Erwerbers liegt. Es geht hier meist um die Frage, ob der Erwerber eine ausreichende Sicherheit bezüglich der auf ihn zukommenden Kosten und Lastentragungspflichten aufweist (Hausgeld und mögliche Sonderumlagen). Ansonsten würden für zu erwartende Zahlungsausfälle die restlichen Eigentümer herangezogen werden.

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein kürzlich beim Amtsgericht Berlin-Wedding (GE 2012, 1645) gefälltes Urteil. Hier hatte ein serbischer Staatsbürger eine Wohnung an russische Staatsbürger, mit Wohnsitz in Moskau, verkauft. In Deutschland hatten sie keinen Wohnsitz. Der Verwalter und nachfolgend die Eigentümergemeinschaft in einer Versammlung, verweigerten die Zustimmung zu dem Kaufvertrag. Das Amtsgericht Wedding gab der Eigentümergemeinschaft recht. Der wichtige Grund bestehe darin, dass die Eigentümergemeinschaft für Wohngeldausfälle haftet. Eine Durchsetzung der Forderungen gegen Bürger aus nicht EU-Staaten sei schwierig bis unmöglich. Eine vor dem deutschen Gericht erhobene Klage könne in Russland nicht zugestellt und ein erstrittenes Urteil nicht vollstreckt werden. Ein interessantes Urteil, gerade vor dem Hintergrund des derzeitigen, von vielen ausländischen Investoren, geprägten Immobilienverhaltens.

Weitere Expertentipps können Sie hier lesen!

Auf Facebook teilen